Prostatakrebs

Prostatakarzinomzellen schütten bis zu zwölfmal mehr PSA aus als gesunde Prostatazellen. Es muss jedoch nicht heißen, dass es sich bei der Ursache für die Erhöhung des PSA-Werts zwangsläufig um Prostatakrebs handelt. Auch gutartige Prostataerkrankungen wie z. B. eine gutartige (benigne) Prostatavergrößerung (BPH) oder Entzündungen der Prostata (Prostatitis) können sich durch einen erhöhten PSA-Wert bemerkbar machen. Aus diesem Grund wird bei einem erhöhten PSA-Wert die Durchführung einer Biopsie empfohlen. Nur mit deren Hilfe kann Prostatakrebs sicher diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden.

Prostatakrebsfälle in Deutschland

Als Prostatakrebs (Prostatakarzinom, PCA) werden bösartige Neubildungen der Vorsteherdrüse (Prostata) bezeichnet. Diese Tumorart stellt die häufigste Krebserkrankung beim Mann dar. In Deutschland erkranken jährlich rund 58.000 Männer an einem Prostatakarzinom, so schätzt das Robert Koch-Institut. Die Erhebungen ergaben, dass die meisten Patienten in einem Alter von durchschnittlich 69 Jahren erkrankten. Eine Diagnose vor dem 50. Lebensjahr ist relativ selten.

Gute Heilungschancen in frühem Stadium

Nachteil des momentan gesetzlich verankerten Prostatakrebsvorsorgeprogramms durch digital-rektale Untersuchung (DRU) ist, dass dabei nur rund 2–5 % der Prostatakarzinome gefunden werden. Jene Tumoren, die durch diese Untersuchung entdeckt wurden, sind in rund der Hälfte der Fälle bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und daher nicht mehr heilbar. Durch die Einbeziehung des PSA-Wertes in die Vorsorgeuntersuchung könnte eine Diagnose von Prostatakarzinomen zu einem früheren Zeitpunkt erreicht werden.

Problematisch ist, dass es bis heute keine Möglichkeit gibt, behandlungsbedürftige Prostatakarzinome von den sog. insignifikanten Karzinomen zu unterscheiden. Letztere gelten als nicht symptomatisch und müssen nicht therapiert werden. Durch die Ermittlung des PSA-Wertes werden diese jedoch u. U. ebenfalls diagnostiziert und behandelt.

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